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Wydanie 1(97)/2010 Niemiecki

Polen verzeichnete als einziges Land in der Europäischen Union im Vorjahr ein Wirtschaftswachstum. Da viele Länder von der Wirtschaftskrise betroffen wurden, war dies auch in Polen spürbar. Mit Schwierigkeiten hatten vor allem die Werftindustrie, Reeder, Speditionen und weitere Branchen zu kämpfen. Vor allem in den Häfen von Danzig und Gdingen behauptete sich jedoch der Unternehmergeist gegen die Wirtschaftskrise. So erhielt Danzig eine große und historische Chance durch die neue Schifffahrtslinie von China nach Danzig und Gdingen, die von der Maersk-Line Anfang 2010 eröffnet wurde. Die Experten sind sich einig, dass dies der Anfang einer neuen Epoche in der Geschichte des Danziger Hafens ist. Paweł Adamowicz, Präsident von Danzig, erläutert in unserer Rundschau, wie Danzig für die EU zu einem „Seetor des Ostens“ werden kann. Zwar sank der Umschlag in den polnischen Häfen infolge der Wirtschaftskrise. Dies habe jedoch die Investitionen sowohl in die Betreiberfirmen wie auch in jene Firmen, die vom Hafenkomplex selbst geführt werden, nicht gestoppt, sagt Jarosław Siergiej, Vorstandsvorsitzender der Seehafenverwaltung Stettin- Swinemünde AG. Im Hafen Gdingen werden die Arbeiten zur Vertiefung des Hafenkanals fortgesetzt. Für diese über 95 Mio. Zloty teure Investition wurden rund 54 Mio. Zloty EU-Gelder mobilisiert. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für Europa einen dreiprozentigen Anstieg des Bruttosozialproduktes. Die Deutsche Bank ist noch optimistischer und geht von einem vierprozentigen Anstieg aus. Die neuen Herausforderungen im Rahmen der europäischen integrierten Seewirtschaft erläutert die Vizeministerin für Infrastruktur Anna Wypych-Namiotko. Sie argumentiert, dass die Qualität der Wirtschaftspolitik Polens zunimmt, was im Endeffekt zur weiteren Steigerung des Wachstumspotentials führt. Wichtiger Wirtschaftskatalysator ist auch die Sonderwirtschaftszone SSE, wie Teresa Kamińska, Geschäftsführerin der Firma, ausführt. Auch der Bau von Autobahnen schaffe neue Entwicklungschancen für die anliegenden Regionen, sagt Andrzej Stanuch, Bürgermeister der Stadt und Gemeinde Pelplin. Einen großen Investitionsboom verzeichnete beispielsweise die Gemeinde Pruszcz Gdański, die an den Autobahnknoten der A-1 liegt. Zudem verbesserte sich die touristische Infrastruktur der Küstenregionen Polens entscheidend. So wird die westpommersche Segelstrecke weiter erschlossen. Für den Bau neuer und die Renovierung vorhandener Yachthäfen hält das „Regionale Operationsprogramm” 30 Mio. Euro bereit. Immer mehr Investoren werden von der Küstenregion angelockt. „Zeit für die Ostsee” („Czas na Bałtyk”) – ist deshalb auch das Motto der gemeinsamen Werbekampagne der Woiwodschaft Pommern und Westpommern. Die Tatsache, dass gemeinsam für die größten Küstenattraktionen dieser Regionen geworben wird, belegt, dass der Tourismus keine Grenzen kennt, sagt Maria Chełkowska, Direktorin der Abteilung für Touristik im Pommerschen Marschallamt. Sie stellt dieses interessante Projekt vor.

 

Janina Piotrowska

 

 

Nach einem Krisejahr nach vorne schauen

Herr Jarosław Siergiej,
Vorstandsvorsitzender der Seehafenverwaltung Stettin-Swinemünde
AG im Gespräch mit Janina Piotrowska:

– Von der Wirtschaftskrise wurden mehrere Länder betroffen, auch um Polen macht sie keinen Bogen. Im Vergleich zu vorigem Jahr verzeichneten wir an den hafeneigenen Kais einen Umschlagrückgang von 19,2%. Am deutlichsten sind die niedrigen Zahlen bei dem Umschlag von Kohle (Rückgang um 22%), Erz (58,1% weniger), Holz (Rückgang von 73,2%.), Stückgüter (Rückgang um 9,7%) und anderen Massenwaren (20,4% weniger) zu beobachten. Bei Getreide wie auch bei Erdöl und Erdölprodukten dagegen zeigte sich ein Umschlaganstieg jeweils um über 43% und 25%. In diesem äußerst schwierigen Wirtschaftsjahr haben sich alle auf dem Hafengebiet tätigen Gesellschaften als verantwortungsbewusst gezeigt, indem sie ein Antikrisenprogramm eingeleitet und umgesetzt haben, um im Vergleich zu anderen Firmen der Branche wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Jahr 2009 konnte die Seehafenverwaltung Stettin-Swinemünde einen Gewinn von 7 Mio. PLN erwirtschaften. Jetzt sehen wir schon die ersten Anzeichen für eine Belebung der Wirtschaftskonjunktur und Verbesserung der Wirtschaftslage. Aufgrund der Wirtschaftsprognosen und Analysen ist eine Umsatzsteigerung um 5% zu erwarten. Die Krise konnte die Abwicklung der veranschlagten Investitionsaufgaben nicht aufhalten. In den nächsten Jahren werden wir vier große Investitionsvorhaben mit EU-Geldern umsetzen wollen: Modernisierung der Straßeninfrastruktur, Modernisierung der Bahninfrastruktur in Stettin und Swinemünde, und im Stettiner Hafen sind es Bau des Getreidekais und des Deutschen Kais (nördlicher Teil der Halbinsel Eva) wie auch die Anlegestelle Nr. 1 im Hafenterminal Swinemünde.

Kommen wir jetzt zu der Nord Stream-Pipeline:

– Wir verfügen über ein Dokument, mit dem der Nord Stream AG vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Baugenehmigung für einen Abschnitt der Pipeline erteilt wird. Die Unterlagen werden gemeinsam mit dem Stettiner Seeamt sorgfältig analysiert.

Ausschlaggebend ist eine präzise Bestimmung des Meeresbodens beim Leitungsverlauf. Dies betrifft die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone und die Territorialgewässer.

„Hafen leicht gemacht ” ist ein weiterer Schritt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Häfen Stettin und Swinemünde.

– Es ist eine gemeinsame Initiative vom Zollamt, Grenzschutz und dem Veterinärdienst. Wir wollen das Leistungsniveau im Hafenkomplex deutlich verbessern und sämtliche Prozeduren und Behördengänge möglichst optimal und einfach gestalten.

– Dieses Jahr feiert der Hafen sein 60-jähriges Bestehen als polnischer Hafen.

– Für uns ist es ein sehr bedeutungsvolles Datum. Anlässlich des Jubiläums wollen wir die wirtschafts- und wohlstandsfördernde Rolle des Hafens in den Vordergrund stellen. Für mehrere hundert Menschen wurde doch der Hafen diese Jahre hindurch ihre Beschäftigungs- und Ausbildungsstelle, spielte die Rolle eines regionalen Pols für Wirtschaftswachstum und nahm auch außerwirtschaftliche Aufgaben wahr. Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden zu den Ostseetagen statt. Mit der künftigen Entwicklung des Stettiner Seehafens wird das Ziel angestrebt, Schiffe bis zu 10,5 m Tiefgang bedienen zu können. So handeln wir heute und vor diesem Hintergrund sollen auch neue Investitionen geplant werden. Der Hafen wird neue Gebiete erschließen und bewirtschaften, vor allem auf der Hafeninsel Ostrów Grabowski, wo eine neue Hafeninfrastruktur gebaut wird.

 

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